Gedanken zum 1. Advent

In der Woche vor dem 1. Advent ist es mir jedes Jahr eine Freude, vom Speicher die Adventsdekoration herunter zu holen, Stück für Stück anzuschauen und zu entscheiden, was in diesem Jahr Haus und Garten schmücken darf. Die Adventszeit ist für mich eine Zeit der Vorfreude auf das Weihnachtsfest, auf den Besuch der Familie, das Planen, Backen und Vorkochen.

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Jedes Jahr? Nun, bisher war das so.

Aber in diesem Jahr sehe ich auf den Kalender und denke: „Am Sonntag ist der 1. Advent!“ Und in diesem Jahr bin ich nicht voller Vorfreude auf das bevorstehende Weihnachtsfest.

Ich muss nicht erklären, warum.

Seit Tagen verfolge ich in den Nachrichten, ob wir denn nun Weihnachten im Familienkreis, wenn auch „abgespeckt“, überhaupt feiern dürfen. 

Und über die offizielle Erlaubnis hinaus frage ich mich, ob wir es denn vertreten können, unsere Mütter (84 und 90 Jahre alt) zusammen mit uns und unseren erwachsenen Kindern für Stunden und Tage unter einem Dach zu haben.

Am Sonntag ist der 1. Advent.

„Advent“ heißt „Ankunft“. Wir warten und freuen uns darauf, dass wir die Ankunft Jesu in dieser Welt mit seiner Geburt vor fast 2000 Jahren feiern dürfen.  Wir machen uns Geschenke, um uns daran zu erinnern, dass Gott uns in Jesus das größte Geschenk gemacht hat.

Im 19. Jahrhundert führte der evangelisch-lutherische Theologe Johann Hinrich Wichern den Adventskranz ein, um den Kindern die Zeit bis zum Weihnachtsfest zu verkürzen.

Darum zünden wir noch heute an jedem Adventssonntag eine weitere Kerze an: Vorfreude, Erwartung, Spannung.

Auch in diesem Jahr?

Beim Nachdenken darüber wird mir klar, dass ich in diesem Jahr – trotz fehlender Stimmung – die Adventszeit mit ihrer frohen Botschaft sogar besonders intensiv brauche.

Die Adventszeit und die Kerzen erinnern mich daran, dass Jesus das Licht der Welt ist, das in unsere Dunkelheit scheint. Jesus wurde in diese Welt hineingeboren, damit wir Hoffnung und Freude haben.

Es geht schnell, dass wir über die schreckliche Corona-Pandemie die Adventszeit gar nicht mehr im Blick haben.

Wie schön, dass wir uns wieder daran erinnern dürfen, dass Gott uns Jesus als Heiland, Licht und Retter geschickt hat.

Im 1. Kapitel des Johannesevangeliums steht (HFA):

„1 Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott selbst. 2 Von Anfang an war es bei Gott. 3 Alles wurde durch das Wort geschaffen; nichts ist ohne das Wort entstanden. 4 In ihm war das Leben, und dieses Leben war das Licht für alle Menschen. 5 Es leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht auslöschen können. 6 Gott schickte einen Boten, einen Mann, der Johannes hieß. 7 Sein Auftrag war es, die Menschen auf das Licht hinzuweisen. Alle sollten durch seine Botschaft an den glauben, der das Licht ist. 8 Johannes selbst war nicht das Licht. Er sollte nur ein Zeuge für das kommende Licht sein. 9 Das wahre Licht ist der, der in die Welt gekommen ist, um für alle Menschen das Licht zu bringen.“

Jesus ist in die Welt gekommen, um allen Menschen Licht und Rettung zu bringen. Wie gut, dass wir uns daran im Advent ganz besonders erinnern dürfen. Und in diesem Advent haben wir Gottes Licht sogar besonders nötig, finde ich.

Ich wünsche euch allen eine frohe und gesegnete Adventszeit!

Gerda