Blickpunkt Gemeinde

Liebe Freunde,

während in Deutschland der Spätsommer noch warme Tage bringt, wir in Sibirien in der unbeheizten Wohnung aber schon den Herbstanfang spüren, hat bei uns endlich das neue Schuljahr begonnen. Viel wurde diskutiert, wie der Unterricht in Pandemiezeiten aussehen soll. Letztendlich gab es außer der Maskenpflicht und einer wenig beachteten Abstandsregelung nichts wesentlich Neues.

Seit einem Monat versammeln wir uns wieder im Gemeindehaus. Und mit dem wegen des frühen Herbstanfangs vorverlegten Erntedankgottesdienstes beginnen ab Mitte September auch wieder alle Gemeinde- und Gottesdienstgruppen wie Kinderstunde und Bibelgesprächsgruppen nach dem Gottesdienst.

Am Seminar startete ein neuer Jahrgang im Vollzeitstudium. Wie auch schon in den vergangenen Jahren, sind es nur wenige Studenten; dieses Jahr beginnen vier Studenten den fünfjährigen Kurs. Aber im Angesicht der ungewissen wirtschaftlichen Zukunft ist das ein Grund zum Danken, dass diese vier jungen Männer diesen Glaubensschritt wagen.

Einer der Studenten wird für die Zeit seines Studiums in unserer Gemeinde mitarbeiten. Er hat Erfahrung in der Jugendarbeit in seiner Heimatgemeinde. Und wir sind schon seit längerem am Beten, dass unsere Jugendarbeit wiederbelebt werde. Gott hat diese Situation so vorbereitet, dass am selben Tag, als ich ihm vorschlug, sich mit der Jugendgruppe näher bekannt zu machen, einer der Älteren aus der Jugend zu mir kam. Er schlug vor, nach der langen Unterbrechung die ganze Gruppe zu einem Picknick einzuladen und über einen Neustart der Jugendarbeit zu reden. Einen natürlicheren Einstieg für den Seminaristen hätten wir nicht finden können.

Für Gerhard beginnen die Vorlesungen erst wieder Ende Oktober. Die Arbeit an der Literatur und das Aufzeichnen der Onlinekurse nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Deswegen kommt die „vorlesungsfreie“ Zeit sehr gelegen. Nebenbei unterrichtet er einmal in der Woche Altes Testament im Jüngerschaftszentrum von OM. Die Arbeit mit 20 wissbegierigen und glaubensbegeisterten jungen Leuten ist ein guter Ausgleich zur Gemeindearbeit.

Im Oktober und Dezember fliegt Gerhard wieder in andere Städte, um dort jeweils für zwei Wochen Unterricht in den Fernstudiengruppen zu halten. Die Aufenthaltsgenehmigung haben wir ohne Probleme erhalten. Den jährlichen Nachweis über die Voraussetzungserfüllung müssen wir aber weiterhin einreichen.

Weniger erfolgreich war bisher die Behandlung von Lenas Reflux. Im Sommer konnten wir zwei Wochen Urlaub machen. Lena fühlte sich besser und die Beschwerden waren fast weg. Aber seit August beunruhigt sie wieder Sodbrennen und Übelkeit. Einige Medikamente helfen, andere verschlimmern die Symptome. Der Arzt hat weitere Untersuchungen verordnet. Die bisher wenig erfolgreiche Behandlung und das ständige Unwohlsein drücken natürlich ziemlich aufs Gemüt.

Die Pandemie und die Zeit der Selbstisolation haben das Ganze noch erschwert. Gut, dass wir im Sommer unseren Garten hatten und aus der Wohnung raus in die Natur konnten. Überhaupt erleben wir es als Segen, dass wir gerade noch vor der Pandemie ein Auto gekauft haben. So sind wir wenigstens beweglich und unabhängig. Natürlich ist das Fahren eine Herausforderung für sich: Auf dreispurigen Straßen fahren die Autos in fünf Spuren; wenn die Ampel auf Grün springt, fahren alle nur zögerlich los, weil jeder genau weiß, dass der Gegenverkehr noch schnell bei Gelb-Rot durchfährt. Autofahren lehrt Danken: Jede Situation, jede Bewahrung und jeder freie Parkplatz wird zum Dankgebet!

Wir würden auch gerne Euch unseren Dank persönlich ausdrücken für alles Anteilnehmen und Mittragen unseres Dienstes. Wegen der Pandemie wird es nun schon das zweite Jahr, das wir nicht nach Deutschland kommen. Und wer weiß, wann es im nächsten Jahr wieder möglich sein wird zu reisen. Deshalb an dieser Stelle nicht nur herzlichste Grüße von uns dreien, sondern auch ein großes Dankeschön, dass Ihr/ Du in unserem Freundeskreis seid/bist.

Gottes Segen wünscht 

 

Familie Rehwald          Lena, Gerhard und Maria

Unsere Gebetsanliegen sind:

Dank:  Bewahrung und Erholung in den Sommermonaten Neustart der Jugendarbeit Wachstum der Gemeindegründungsarbeit

Bitte: Lenas Gesundheit und die weitere Behandlung Bewahrung auf dem Flug und beim Unterricht im Oktober und Dezember, Fortschritte bei der Erstellung der Onlinekurse und der Arbeit an der Literatur